Wer einen Baum mit ganzjährig tiefrotem Laub sucht, landet schnell bei der Blutpflaume. Sie fällt schon ab Mitte März auf: rosafarbene Blüten bedecken die noch kahlen Zweige, bevor auch nur ein einziges Blatt austreibt. Kurz darauf folgt das charakteristische schwarzrote Laub der Sorte ‚Nigra‘, das bis in den Herbst seinen satten Farbton behält.
Die Zierpflaume ist dabei kein reines Schmuckstück. Denn sie trägt essbare Früchte, bietet Frühjahrsnektar für Bienen und Hummeln und verträgt Trockenperioden, wie sie in der Steiermark, im Burgenland und in Kärnten zunehmend auftreten. Wer in der Pflanzzeit wenig falsch machen und langfristig viel Freude haben möchte, trifft mit Prunus cerasifera eine verlässliche Wahl.
In diesem Artikel: Sortenwahl, Pflanzzeit und Standort, Schnitt, Pflege, Krankheiten.
Steckbrief
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Botanischer Name | Prunus cerasifera |
| Familie | Rosengewächse (Rosaceae) |
| Unterfamilie | Steinobstgewächse (Amygdaloideae) |
| Herkunft | Kaukasus, Kleinasien, Mittelasien |
| Wuchsform | Großstrauch oder Kleinbaum, dichte rundliche Krone |
| Wuchshöhe | 3 bis 8 m (sortenabhängig) |
| Wuchsbreite | 2 bis 6 m (sortenabhängig) |
| Wuchsgeschwindigkeit | 30 bis 50 cm pro Jahr |
| Blütezeit | März bis April (vor dem Laubaustrieb) |
| Blütenfarbe | Zartrosa bis weiß (sortenabhängig) |
| Laubfarbe | Schwarzrot bis rotbraun |
| Fruchtreife | Juli bis August |
| Winterhärte | USDA Zone 6 bis 8 (bis ca. -23 °C) |
| Standort | Sonnig, vollsonnig optimal |
| Boden | Durchlässig, nährstoffreich, kalkhaltig (pH 7 bis 8) |
| Besonderheiten | Essbare Früchte, frühe Bienenweide, trockenheitstolerant, schnittverträglich |

Blutpflaume: Herkunft und botanische Merkmale
Die Blutpflaume gehört zur Gattung Prunus innerhalb der Rosengewächse (Rosaceae). Genauer gesagt ist sie eine Zierpflaume, die nahe mit Kirschpflaume (Myrobalane), Zwetschke und Mirabelle verwandt ist. Alle Sorten gehen auf Prunus cerasifera zurück, die ursprünglich im Kaukasus, in Kleinasien und in Mittelasien beheimatet ist.
Der entscheidende Schritt in Richtung Garten kam um 1880: Der französische Gärtner Pissard, angestellt am Hof des Schahs von Persien, brachte rotlaubige Pflanzen nach Frankreich. Aus dieser ersten Sorte ‚Pissardii‘ entstanden im Laufe der Jahrzehnte alle bekannten Blutpflaumen-Sorten. Inzwischen verwildert die Art in Mitteleuropa häufig entlang von Hecken und Waldrändern.
Wuchs und Laub. Die Zierpflaume wächst als Großstrauch oder kleiner Baum mit dichter, rundlicher Krone. Dabei beträgt der jährliche Zuwachs bis zu 50 cm. Beim Laub ist die Sorte ‚Nigra‘ besonders wertvoll: Die elliptischen, gesägten Blätter sind tief schwarzrot und glänzen metallisch. Sie behalten diesen Farbton den gesamten Sommer über, während ältere Sorten wie ‚Pissardii‘ im Hochsommer etwas ins Rotbraune verblassen.
Blüte. Ab Mitte März öffnen sich die zartrosa Blüten noch vor dem Laubaustrieb. Damit gehört die Zierpflaume zu den frühesten Blühern im Garten überhaupt. Der Blütenflor hält etwa zwei Wochen an und verströmt einen leicht süßlichen Duft.
Früchte. Ab Juli reifen kleine, kugelige Steinfrüchte in leuchtendem Dunkelrot bis Violett. Dabei schmecken sie saftig und süß.
Mehr dazu im Abschnitt Sind Blutpflaumen essbar?.
Blutpflaume Sorten im Vergleich
Für die meisten Gärten ist ‚Nigra‘ die erste Wahl. Für besondere Situationen gibt es aber attraktive Alternativen:
| Sorte | Blattfarbe | Blüte | Höhe | Breite | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|
| ‚Nigra‘ | Tief schwarzrot, ganzjährig satt | Rosa, ab Mitte März | 3-7 m | 2-5 m | Häufigste Sorte; RHS Award of Garden Merit; ganzjährig dekorativ |
| ‚Pissardii‘ | Rotbraun, verblasst im Sommer | Weiß mit Rosaton, vor Blattaustrieb | 5-8 m | 3-6 m | Ursprungssorte (1880); heute selten im Handel |
| ‚Hollywood‘ / ‚Trailblazer‘ | Dunkelrot | Rosa | 3-7 m | 1-2,5 m | Kreuzung mit P. salicina; deutlich größere, wohlschmeckende Früchte |
| ‚Crimson Pointe’® | Dunkelrot | Zartrosa | 3-5 m | 1-1,8 m | Säulenform; ideal für schmale Flächen und Hauseinfahrten |
| Prunus × cistena | Dunkelrot | Rosa-weiß, ab Ende April | 1,5-2,5 m | 1-2 m | Zwerg-Blutpflaume; für kleine Gärten und Kübel geeignet |
‚Nigra‚ im Detail. Die Sorte entstand um 1916 und ist heute der Standard in Baumschulen und Gartencentern. Außerdem ist sie als Strauch, Halbstamm und Hochstamm erhältlich. Ihre Stärke: Das schwarzrote Laub verblasst auch bei Sommerhitze nicht. Für die Steiermark und das Burgenland ist sie besonders empfehlenswert, weil sie Trockenperioden gut verträgt.
‚Hollywood‘ als Obstbaum. Wer neben dem Zierwert auch eine gute Ernte möchte, greift zur Großfrüchtigen Blutpflaume. Denn die Früchte übertreffen ‚Nigra‘ in Größe und Geschmack deutlich.
‚Crimson Pointe’® für enge Gärten. Die schmale Säulenform eignet sich gut für Reihenpflanzungen oder als Sichtschutz auf begrenztem Raum.
Zwerg-Blutpflaume (Prunus x cistena). Diese Hybride bleibt mit 1,5-2,5 m kompakt und gedeiht auch im Kübel. Ihr winterharter Charakter macht sie für höhere Lagen in der Steiermark und in Kärnten besonders interessant.
Der richtige Standort für die Blutpflaume
Licht ist das wichtigste Kriterium. Die Blutpflaume braucht mindestens sechs Stunden direkte Sonne täglich, um ihre Laubfarbe optimal zu entwickeln. An schattigeren Standorten verfärben sich die Blätter zunehmend grünlich, die Blüte bleibt spärlicher. Vollsonnige Lagen sind optimal.
Bodenanforderungen. Die Zierpflaume bevorzugt nährstoffreichen, kalkhaltigen Lehmboden mit guter Drainage. Der pH-Wert sollte zwischen 7 und 8 liegen. Saure Böden unter pH 6 sind hingegen nicht geeignet. Vor allem Staunässe schadet der Pflanze erheblich und fördert Pilzbefall.
Windtoleranz. Die Zierpflaume ist gut windfest und eignet sich deshalb auch für windige Lagen. Allerdings sollten Hochstämme im ersten Jahr mit einem Baumpfahl gesichert werden.

Regionale Eignung:
- Steiermark: In der Südsteiermark und Weststeiermark (Weinbauklima) fühlt sich die Blutpflaume besonders wohl. Auch das Grazer Feld ist gut geeignet. In höheren Lagen über 700 m empfiehlt sich ein Stammschutz im ersten Winter.
- Burgenland: Das pannonisch-kontinentale Klima mit warmen, trockenen Sommern passt ideal zur Trockenheitstoleranz des Baumes. Sehr gut geeignet.
- Kärnten: In den Tallagen rund um Klagenfurt und Villach gedeiht die Zierpflaume gut. In Hochlagen und Kaltluftsenken sollten junge Pflanzen im ersten Winter geschützt werden.
Laut Natur im Garten Österreich gilt Prunus cerasifera ‚Nigra‘ als empfohlener Hausgartenbaum für österreichische Klimaverhältnisse. Ihre Herkunft aus dem Kaukasus und Vorderasien macht sie gut ans Klima angepasst: Deshalb bereiten trockene Sommer gut verwurzelten Pflanzen kaum Probleme.
Blutpflaume pflanzen: Schritt für Schritt
Pflanzzeit
Topfpflanzen setzen Sie ganzjährig, sofern der Boden frostfrei ist. Für Pflanzen ohne Topfballen gilt hingegen: Herbst (Oktober bis November) oder Frühjahr (März bis April).
- Vorteil Herbstpflanzung: Die Wurzeln wachsen bis zum ersten Frost weiter. Dadurch hat der Baum einen Vorsprung für das Frühjahr.
- Vorteil Frühjahrspflanzung: Die Pflanze hat den gesamten Sommer zum Anwachsen, bevor der erste Winter kommt.
Pflanzabstand
- Als Solitärbaum: mindestens 2-3 m Abstand zu Mauern, Terrassen und anderen Pflanzen. Die Blutpflaume ist ein Flach- bis Herzwurzler und kann Belagsplatten mit der Zeit anheben.
- Als Hecke: 1,0-1,5 m für eine dichte Hecke; 1,5-2,0 m für eine locker wachsende Variante.
- Abstand zu Leitungen und Zisternen: mindestens 2-3 m.
Pflanzanleitung
- Standort wählen: Sonnig bis halbschattig, kein Staunässebereich. pH-Wert des Bodens prüfen (Zielwert: 7-8).
- Pflanzloch ausheben: Doppelt so groß und tief wie der Wurzelballen, mindestens 60 × 60 cm.
- Boden vorbereiten: Aushub mit einem Drittel reifem Kompost mischen. Bei schwerem Lehmboden etwas Sand einarbeiten.
- Drainageschicht anlegen: Bei stauenden Böden eine 10 cm dicke Schicht Kies oder Splitt auf dem Lochboden einbringen.
- Baumpfahl einschlagen (bei Hochstamm): Den Pfahl westseitig vor dem Einsetzen der Pflanze befestigen.
- Pflanze einsetzen: Die Veredelungsstelle mindestens 5 cm über dem Bodenniveau halten. Wurzeln locker spreizen.
- Loch füllen: Mit dem Erde-Kompost-Gemisch auffüllen und leicht andrücken, nicht stampfen.
- Angießen: Reichlich wässern, damit sich die Erde setzt und die Wurzeln Bodenkontakt erhalten.
- Hornspäne streuen: Im Wurzelbereich als organischen Startdünger ausbringen.
- Mulchen: Eine 5-10 cm dicke Rindenmulchschicht rund um den Stamm (nicht direkt am Stamm) auftragen. Das hält Feuchtigkeit, verhindert Unkraut und schützt vor Temperaturschwankungen.
- Hochstamm anbinden: Mit Kokosstrick oder Gummizug am Pfahl befestigen, nicht zu fest.
Eine Blutpflaume ‚Nigra‘ aus der Baumschule ist als Strauch, Halbstamm und Hochstamm erhältlich.

Blutpflaume pflegen: Gießen, Düngen, Winterschutz
Gießen
Frisch gepflanzte Blutpflaumen brauchen im ersten und zweiten Jahr regelmäßig Wasser, besonders während Trockenperioden. Der Boden sollte leicht feucht bleiben, niemals aber nass.
Gut verwurzelte Pflanzen sind hingegen deutlich genügsamer. Sie kommen in der Regel mit natürlichen Niederschlägen aus. Bei anhaltender Sommertrockenheit, wie sie in der Steiermark und im Burgenland vorkommt, gelegentlich gründlich wässern. Die Grundregel: seltener gießen, dafür tief.
Kübelpflanzen brauchen regelmäßig Wasser, da die begrenzte Erdmenge im Topf schnell austrocknet. Staunässe unbedingt vermeiden.
Düngen
Freilandpflanzen brauchen kaum regelmäßige Düngung. Beim Einpflanzen Hornspäne und Kompost einarbeiten. Im Frühjahr reicht gelegentlich etwas gereifter Kompost im Wurzelbereich. Zusätzlich stärkt eine gute Kalium- und Kalziumversorgung die Robustheit gegen Pilzbefall.
Stickstoffreiche Dünger dagegen meiden: Sie fördern weiches Triebwachstum und machen die Pflanze anfälliger für Schädlinge und Pilze.
Mulchen
Eine 5-10 cm dicke Mulchschicht um den Stamm (nicht direkt anliegend) reguliert die Feuchtigkeit im Boden, schützt die flachen Wurzeln vor starken Wärme-Kälte-Wechseln und unterdrückt gleichzeitig Unkraut. Besonders im ersten Standjahr ist Mulchen entscheidend für ein gutes Anwachsen.
Winterschutz
Gut verwurzelte Blutpflaumen sind ausgesprochen winterhart. Sie überstehen demnach Temperaturen bis zu -23°C ohne Schäden. Kein gesonderter Winterschutz nötig.
Jungpflanzen im ersten Winter benötigen etwas Fürsorge:
- Wurzelbereich mit Laub oder Rindenmulch abdecken.
- Stamm mit Juteband oder einer Schilfmatte umwickeln, um Frostrisse zu vermeiden.
Tipp 🌿: Frostrisse entstehen, wenn sich die Rinde tagsüber durch Sonneneinstrahlung erwärmt und nachts schnell abkühlt. Alternativ zur Jutewicklung schützt auch ein weißer Kalkanstrich auf dem Stamm sehr wirksam: Die helle Fläche reflektiert das Sonnenlicht und verhindert so die starken Wärme-Kälte-Wechsel. Diese Methode eignet sich besonders für Hochstämme in Kältezonen der Steiermark und Kärntens.

Blutpflaume schneiden: Wann und wie?
Die Blutpflaume braucht keinen regelmäßigen Rückschnitt. Dennoch ist ein gelegentlicher Schnitt sinnvoll, um die Kronenform zu erhalten, die Blühkraft zu fördern und das Wachstum in kleinen Gärten zu steuern.
Schnittzeitpunkt
Direkt nach der Blüte im April oder Mai ist der optimale Zeitpunkt. Denn im Sommer legt die Blutpflaume bereits die Knospen für das nächste Jahr an. Ein Herbst- oder Winterschnitt würde diese Knospen folglich entfernen und die Blüte im Folgejahr deutlich schwächen.
Auslichten an älteren Kronen ist auch im Spätsommer möglich.
Auslichtungsschnitt
Dabei geht es darum, die Krone zu öffnen, Licht und Luft hinein zu lassen und so die Blühkraft sowie die Robustheit gegen Pilzbefall zu stärken.
- Immer ganze Äste entfernen, niemals nur Triebspitzen kürzen. Prunus-Arten bilden kaum Wundgewebe (Kallus). Schnittwunden an halbierten Ästen bleiben dauerhaft offen und laden Fäulepilze ein.
- Innenwärts wachsende und steil aufwärts strebende Äste entfernen.
- Krankes, verletztes oder abgestorbenes Holz bis ins gesunde Holz zurückschneiden.
- Verbleibende Äste sollten etwa 20 cm Abstand voneinander haben.
Warum bei Prunus nie bündig am Stamm schneiden?
Beim Entfernen eines Astes nie bündig am Stamm schneiden. Stattdessen einen ca. 5 cm langen Zapfen stehenlassen. Der Baum trocknet an diesem Stummel zurück, statt eine große offene Wunde am Stamm zu hinterlassen. Dadurch sinkt das Risiko von Holzfäule erheblich.
Formschnitt
Abgeblühte Triebe auf 4-5 Augen zurückschneiden. Das regt die Verzweigung an und sorgt so für eine dichte, kompakte Krone. Dabei den Schnitt immer kurz hinter einer Knospe ansetzen. Nur scharfe, saubere Werkzeuge verwenden.
Schnitt für Fruchtbildung
Früchte bilden sich vorwiegend am mehrjährigen Holz (3-4 Jahre alt). Wer auf Früchte verzichtet, kann die Blutpflaume jährlich formen. Wer Früchte ernten möchte, schneidet nur alle 3-4 Jahre.
Tipp 🌿: Alle Schnittgeräte vor dem Einsatz reinigen und schärfen. Das verhindert die Übertragung von Pilzsporen (besonders Monilia und Schrotschusskrankheit) von einer Pflanze zur nächsten. Nach dem Schnitt an befallenen Ästen das Werkzeug mit Alkohol desinfizieren.
Blutpflaume in der Gartengestaltung
Als Solitärbaum
Als Solitär entfaltet die Blutpflaume ihre volle Wirkung. Das schwarzrote Laub schafft das ganze Jahr einen kräftigen Farbakzent. Besonders wirkungsvoll ist die Kombination mit hellgrünen, silberlaubigen oder gelbblühenden Pflanzen, die den Kontrast betonen.
Als Hochstamm oder mehrstämmige Variante eignet sie sich als ruhender Blickpunkt in der Rasenfläche oder als Abschluss einer Staudenrabatte. Ähnlich expressiv wirkt der Rote Fächerahorn, der sich hervorragend als Begleiter eignet.

Kann man eine Blutpflaume klein halten? Ja. Durch einen konsequenten jährlichen Formschnitt nach der Blüte lässt sich das Wachstum gut kontrollieren. Für sehr beengte Verhältnisse sind die Sorte ‚Crimson Pointe’® (Säule, 1-1,8 m breit) oder die Zwerg-Blutpflaume Prunus x cistena (1,5-2,5 m hoch) die bessere Wahl.
Als Hecke
Die Blutpflaume ist gut schnittverträglich, windstabil und gut als Blütenhecke geeignet. Sie bietet gleichzeitig Sichtschutz, Windschutz und Lebensraum für Vögel.
- Pflanzabstand für eine dichte Hecke: 1,0-1,5 m.
- Formschnitt im Mai, sobald die letzten Blüten verblüht sind.
- Freiwachsende Hecke: nur gelegentlicher Auslichtungsschnitt nötig.
Wer eine immergrüne Hecke bevorzugt, findet in der Kirschlorbeer-Hecke eine bewährte Alternative.
Begleitpflanzen
| Pflanze | Laubfarbe / Blüte | Wirkung im Kombination |
|---|---|---|
| Stachys byzantina, Eleagnus, Caryopteris | Silbergrau | Starker Hell-Dunkel-Kontrast, elegant |
| Liguster, Weißdorn | Hellgrün | Sanfter, naturnaher Kontrast |
| Rudbeckia, Helenium | Gelb-orange blühend | Farblich ausdrucksstark, sommerlich |
| Rosa-farbene Rosen | Rosa blühend | Harmoniert mit den rosa Frühjahrsblüten |
| Stipa, Miscanthus | Hellgrüne bis beige Gräser | Leicht und transparent; moderner Stil |
| Waldsteinia, Geranium (als Bodendecker) | Hellgrün bis mittelgrün | Pflegeleicht, deckt den Boden unter dem Kronendach |
| Narzissen, Tulpen | Gelb, orange, weiß | Verlängert die Frühblühersaison als Unterpflanzung |
Als Ergänzung zu anderen farbstarken Gehölzen empfiehlt sich ein Blick auf den Perückenstrauch mit purpurrotem Laub oder den Persischen Eisenholzbaum mit seiner spektakulären Herbstfärbung. Weitere dekorative Laubbäume für den Garten finden Sie im Leber-Sortiment.
Sind Blutpflaumen essbar?
Die Früchte
Ja, die Früchte der Blutpflaume sind essbar. Sie reifen ab Juli zu kleinen, kugeligen Steinfrüchten von 2-3 cm Durchmesser in leuchtendem Dunkelrot bis Violett. Das Fruchtfleisch ist saftig, süß und wohlschmeckend. Entgegen einer verbreiteten Meinung sind die Früchte der Zierpflaume nicht giftig.
Die Ergiebigkeit variiert je nach Sorte: Ziersorten wie ‚Nigra‘ tragen weniger als Obstformen wie ‚Hollywood/Trailblazer‘, die deutlich größere und geschmackvollere Früchte liefern.

Die Kerne: nicht essen
Die Kerne aller Prunus-Arten, also auch der Blutpflaume, enthalten Amygdalin. Dieser Stoff setzt beim Verdauen Blausäure (cyanogene Glykoside) frei. Die Kerne sollten daher nicht gegessen werden. Das Fruchtfleisch selbst ist unbedenklich.
Für Haustiere: Die Kerne und die Blätter der Blutpflaume sind für Hunde und Katzen giftig. Tiere vom Bereich unter dem Baum fernhalten, wenn viele Früchte auf dem Boden liegen.
Verwendung in der Küche
- Roh essen (Kerne vorher entfernen)
- Marmelade und Konfitüre
- Kompott und Kuchen
- Fruchtaufstrich
Krankheiten und Schädlinge der Blutpflaume
Die Blutpflaume gilt als robust. Probleme entstehen in der Regel durch falsche Standortwahl (Staunässe, zu viel Schatten), zu starke Stickstoffdüngung oder anhaltend feuchte Witterung.
Monilia-Fruchtfäule (Monilia laxa, M. fructigena)
Symptome: Ringförmige, graue Fäulnisstellen auf den Früchten mit konzentrischen Sporenlagern. Befallene Früchte schrumpfen zu Fruchtmumien am Baum.
Ursache: Pilzbefall, begünstigt durch feuchte Sommer und dichte Kronen.
Prävention: Zunächst Krone durch Schnitt offen halten. Außerdem Fruchtmumien vollständig entfernen und im Hausmüll entsorgen (nicht kompostieren). Schachtelhalmextrakt im Frühjahr als vorbeugenden Pflanzenstärker einsetzen.
Behandlung: Befallene Zweige bis ins gesunde Holz zurückschneiden. Abschnitte verbrennen oder im Hausmüll entsorgen.
Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila)
Symptome: Runde, rötlich-braune Blattflecken, die herausfallen und dem Blatt ein löchriges Aussehen verleihen, als wäre es mit Schrot durchschossen. Bei starkem Befall frühzeitiger Blattfall.
Ursache: Pilz; begünstigt durch feuchtes Frühjahr (Mai/Juni). Überwintert in Fruchtmumien und befallenen Trieben.
Prävention und Behandlung: Falllaub entfernen und entsorgen. Baum auslichten. Bei starkem Befall Fungizideinsatz kurz nach dem Austrieb (Fachhandel).
Blattläuse (Brachycaudus-Arten)
Symptome: Im Frühjahr kräuselig zusammengerollte Blätter und triebspitzennahe Befallsherde. Honigtauabscheidungen locken Ameisen an.
Biologische Bekämpfung: Vor allem natürliche Feinde fördern: Marienkäfer, Ohrwürmer und Schlupfwespen regulieren Blattläuse zuverlässig. Falls der Befall stark ist, Neem-Öl oder Kaliseife einsetzen. Keinen Einsatz von Spritzmitteln zur Vorbeugung, da dies Nützlinge schädigt.
Gespinstmotten (Yponomeuta spp.)
Symptome: Silbrig glänzender Gespinstschleier über Zweigen und Ästen. Darunter fressen Hunderte von Raupen das Laub kahl.
Prognose: Für etablierte Pflanzen meist keine dauerhaften Schäden. Der Baum treibt in der Regel als Johannistrieb Ende Juni wieder aus.
Behandlung: Gespinste frühzeitig herausschneiden und im Restmüll entsorgen. Vögel (besonders Meisen) als natürliche Feinde aktiv fördern.
Tipp 🌿: Biologische Schädlingsbekämpfung beginnt mit der richtigen Standortwahl. Eine Blutpflaume im vollen Sonnenlicht mit gut drainiertem Boden ist widerstandsfähiger als jene im Schatten oder in Staunässe stehende Pflanze. Wer Marienkäfer, Ohrwürmer und Vögel im Garten fördert (Insektenhotel, Nistkästen), reduziert den Schädlingsdruck dauerhaft.
Die Blutpflaume als Bienenweide
Noch bevor die meisten Gehölze austreiben, öffnet die Zierpflaume ihre Blüten in zartem Rosa. Die meisten anderen Gehölze blühen noch nicht. Die Blutpflaume schließt diese Frühjahrslücke als eine der wichtigsten frühen Trachtpflanzen im Hausgarten.
Die Blüten produzieren reichlich Nektar und Pollen. Deshalb besuchen Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Falter sie zahlreich. Besonders Schwebfliegen und früh fliegende Hummelköniginnen sind auf solche Frühjahrstrachten angewiesen.
Anschließend ergänzen ab Juli die Früchte das Nahrungsangebot: Sie ziehen Vögel (Amseln, Meisen, Stare) und Kleinsäuger an. Die dichte Krone bietet gleichzeitig Brutplätze und Deckung. Mit einer Blutpflaume bieten Sie Bestäubern und Vögeln über drei Jahreszeiten hinweg Nahrung und Deckung. Auch der Amberbaum setzt mit seiner spektakulären Herbstfärbung starke Farbakzente im Garten.

Jahreskalender: Blutpflaume Monat für Monat
| Monat | Empfohlene Maßnahme |
|---|---|
| Januar | Ruhephase. Jungpflanzen auf Frostrisse am Stamm kontrollieren. Werkzeug schärfen und reinigen. |
| Februar | Ruhephase. Keine Schnittarbeiten. Containerware in geschützten Bereichen auf Feuchte prüfen. |
| März | Blütezeit beginnt ab Mitte März. Kein Schnitt. Pflanzzeit für Containerpflanzen beginnt (frostfreie Tage). Boden für Neupflanzung vorbereiten. |
| April | Blüte. Kein Schnitt während der Blüte. Pflanzzeit Frühjahr (Container und Freilandware). Hornspäne als Startdünger einarbeiten. Schotterschicht für Jungpflanzen kontrollieren. |
| Mai | Formschnitt und Auslichtungsschnitt direkt nach der Blüte. Erste Blattläuse kontrollieren. Mulchschicht erneuern. |
| Juni | Gespinstmotten beobachten und Gespinste frühzeitig entfernen. Jungpflanzen bei Trockenheit gießen. Johannistrieb nach Gespinstmotten-Kahlfraß normal. |
| Juli | Früchte beginnen zu reifen (ab Monatsmitte). Monilia-Befall an Früchten kontrollieren. Fruchtmumien sofort entfernen. Jungpflanzen bei Trockenheit gießen. |
| August | Fruchtreife und -ernte (je nach Witterung Juli bis August). Späte Auslichtungsschnitte möglich. Fallen für Wespen aufstellen (Monilia-Prävention). |
| September | Herbstpflanzung beginnt (Oktober/November bevorzugt). Schrotschusskrankheits-Falllaub konsequent entfernen. Blattlaus-Spätbefall kontrollieren. |
| Oktober | Optimale Pflanzzeit für Freilandware und Container. Stammschutz (Jute) für Jungpflanzen anbringen. Mulchschicht auffrischen. |
| November | Pflanzzeit noch möglich (bis Frost). Winterschutz für Kübelpflanzen abschließen (Vlies, Keller). Stammschutz kontrollieren. |
| Dezember | Ruhephase. Struktureffekt der Zweige im Winter genießen. Planung für nächste Saison: Neupflanzungen, Sortenauswahl, Gartengestaltung. |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Das Fruchtfleisch ist für Menschen essbar und unbedenklich. Die Kerne enthalten Amygdalin und setzen beim Verzehr Blausäure frei. Kerne nicht essen. Für Hunde und Katzen sind Kerne und Blätter giftig.
Die Sorte ‚Nigra‘ erreicht eine Höhe von 3-7 m bei einer Kronenbreite von 2-5 m. Der jährliche Zuwachs beträgt bis zu 50 cm. Durch regelmäßigen Formschnitt nach der Blüte lässt sich die Größe dauerhaft kontrollieren. Die Zwergform Prunus x cistena bleibt kompakt bei 1,5-2,5 m Höhe.
Die Blutpflaume blüht ab Mitte März bis April, noch vor dem Laubaustrieb. Sie gehört zu den frühesten Blühern unter allen Ziergehölzen. Bei milder Witterung setzt die Blüte schon Anfang März ein. Der Blütenflor dauert etwa zwei Wochen.
Ja. Ein konsequenter Formschnitt direkt nach der Blüte (April bis Mai) begrenzt das Wachstum wirkungsvoll. Für dauerhaft kompakte Verhältnisse empfiehlt sich die Säulen-Blutpflaume ‚Crimson Pointe’® (1-1,8 m Breite) oder die Zwerg-Blutpflaume Prunus x cistena (max. 2,5 m Höhe) als geeignetere Sorte.
Schneiden Sie direkt nach der Blüte im April oder Mai. Im Sommer legt die Blutpflaume bereits Blütenknospen für das nächste Jahr an. Ein Herbst- oder Winterschnitt würde diese Knospen entfernen und die Blüte im Folgejahr deutlich schwächen. Auslichtungsschnitte älterer Kronen sind auch im Spätsommer möglich.
Ja, sehr. Die Blutpflaume blüht ab Mitte März zu einer Zeit, in der kaum andere Trachtpflanzen verfügbar sind. Die zartrosa Blüten produzieren reichlich Nektar und Pollen. Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen besuchen sie zahlreich. Sie gilt als eine der wertvollsten frühen Trachtpflanzen im Hausgarten.
Die Blutpflaume ist teilweise selbstfruchtbar. Ein einzelner Baum trägt Früchte, der Ertrag steigt jedoch deutlich, wenn eine andere Prunus-Art (z.B. Kirschpflaume, Zwetschke, Mirabelle) in der Nähe blüht.

Blutpflaume im Garten: Zusammenfassung
Die Blutpflaume verbindet ganzjährigen Zierwert mit ökologischem Nutzen und essbaren Früchten. Als Solitärbaum setzt sie von März bis November markante Farbakzente im Garten. Als Hecke bietet sie Sichtschutz, Windschutz und Lebensraum. In der Steiermark, im Burgenland und in Kärnten ist sie eine der klimaangepassten Gehölzoptionen, die …trockene Sommer gut übersteht..
Wer jetzt im Frühjahr oder im Herbst pflanzt, legt den Grundstein für einen Baum, der jahrzehntelang vital bleibt. Die Pflege hält sich dabei in engen Grenzen: ein Schnitt nach der Blüte, gelegentlich gießen im ersten Jahr, dazu Rindenmulch rund um den Stamm. Die Folge: ein widerstandsfähiger Baum mit minimalem Aufwand und maximaler Wirkung.
Wählen Sie die Sorte, die zu Ihrem Garten passt, bereiten Sie den Boden sorgfältig vor, und lassen Sie der Blutpflaume den sonnigen Platz, den sie verdient. Langfristig entsteht so ein Baum, der Ihren Garten optisch und ökologisch bereichert.
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