Pflastern

Was ist der Oberbau?

Oberbau, Unterbau, Untergrund

Heute dreht sich alles um Pflasterungen. Pflastertechnik: Was ist der Unterschied zwischen Oberbau, Unterbau und Untergrund? Was ist der Standardaufbau einer Pflasterung? Und vieles mehr.

Sie wissen nicht, wofür die ÖNORM B 2214 steht? Oder was in der RVS 08.18.01 steht? Kein Problem! Dafür gibt es ja uns. In unserem heutigen Beitrag versuchen wir, Ihnen den Aufbau einer Pflasterung näher zu bringen.

Zum Beispiel bilden die Pflastersteine oder Platten nur die Deckschicht des gesamten Bauwerks. Die weiter unten liegenden Schichten wie die untere und obere Tragschicht sind essenziell für die Tragfähigkeit einer Pflasterfläche.

Als Pflasterer-Meisterbetrieb sehen wir uns verpflichtet, unseren Kunden stets den besten Service zu bieten.

Aus diesem Grund haben wir unseren Blog vor über einem Jahr gestartet. In unseren regelmäßigen Beiträgen beschäftigen wir uns mit Themen rund ums Haus. Und für alle Fragen, die trotzdem noch offen bleiben, können Sie uns gerne kontaktieren.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Untergrund, Unterbau, Oberbau

Diese drei Begriffe werden sehr häufig verwechselt. Aus diesem Grund möchten wir in diesem Beitrag die Unterschiede erläutern.

Der Untergrund

Der Untergrund ist die unterste Schicht des Aufbaus. Auf dem Untergrund wird der Unterbau aufgebaut. Meistens reicht die Tragfähigkeit des bestehenden Untergrundes aus. Nur in wenigen Fällen muss der Untergrund mit einem Bindemittel (wie etwa Kalk, Zement, …) verfestigt werden oder ausgetauscht werden.

Unterbau Pflasterung

Wie Sie anhand der Grafik erkennen können, besteht der Unterbau einer Pflasterung meist aus bestehendem Erdreich. Das Unterbauplanum bildet die Grenze wischen Unterbau und Oberbau. Bei Bedarf wird auf das Unterbauplanum ein Geotextil gelegt.

Falls eine hohe Anschüttung aufgrund des Geländes erforderlich ist, muss ein Damm errichtet werden. Das bedeutet, dass geeignetes Bodenmaterial schichtweise aufgetragen und verdichtet wird.

Der Oberbau

Oftmals werden Unterbau und Oberbau verwechselt. Der Oberbau besteht aus den verschiedensten Trag- und Deckschichten. Diese Schichten und deren Stärke hängen von der zu erwartenden Belastung und der Bauweise an sich ab.

Die Bauweisen

Bereits im April haben wir uns mit dem Thema Bauweisen beschäftigt. Im unten verlinkten Beitrag finden Sie die Vor- und Nachteile der ungebundenen, der gebundenen und der gemischten Bauweise.

Die untenstehenden Info-Grafiken stellen den Regelaufbau der ungebundenen und gebundenen Bauweise dar. Grundsätzlich wird jeder Pflaster-Oberbau einem von beiden Schemen aufgebaut. Je nach Projekt und Situation gibt es allerdings Ausnahmefälle und Besonderheiten.

ungebundene Bauweise

Die häufigste Bauweise ist die ungebundene Bauweise. Aus diesem Grund wird sie auch Regelbauweise genannt.

Pflasterstein oder Platte

Ihre gewünschten Pflastersteine oder Platten werden in diesem Fall auf einer ungebundener Bettung aus Splitt verlegt. Danach werden die Fugen mit einem normgemäßen Fugensand (0 bis 2 mm) eingekehrt, abgerüttelt und eingeschlemmt.

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ungebundene Bettung

Die ungebundene Bettung besteht im Normalfall aus Splitt 2/4 oder Splitt 2/8. Die Einbaustärke beträgt ca. 3-6 Zentimeter. 

Die Bettung hat verschiedene Aufgaben. Zum einen gleicht sie unterschiedliche Höhe aus und zum anderen werden die Kräfte gleichmäßig abgeleitet. Sie ist quasi das Auflager des Pflastersteins/der Pflasterplatte.

ungebundene obere Tragschicht

Für gewöhnlich besteht die ungebundene obere Tragschicht aus Bruchschotter 0/32.  Diese Schicht ist, wie der Name schön verrät für die Tragfähigkeit verantwortlich. 

Der Bruchschotter 0/32 hat zum Beispiel eine Größe von 0 – 32 mm. Er wird ohne Bindemittel verdichtet. Je nachdem wie groß die Fläche ist mit Stampfer, Rüttelplatte oder Vibrationswalze.

ungebundene untere Tragschicht

Die untere ungebundene Tragschicht überträgt die Lasteinwirkung von oben in den Unterbau und schützt die Pflasterung vor Frostschäden.

In dieser Tragschicht wird meistens der Bruchschotter 0/63 eingebaut. Also gebrochener Schotter mit einer Größe von 0 – 63 mm. Die Schichtdicke hängt vom Klima ab.

Unterbauplanum

Das Unterbauplanum ist die Trennung zwischen Unterbau und der ungebundenen unteren Tragschicht. Dieses wird ebenfalls mit einem Gefälle hergestellt, sodass das Oberflächenwasser abgeleitet werden kann.

Falls erforderlich, kann nach dem Unterbauplanum ein Geotextil eingelegt werden.

Pflasterung Unterbau

Wie oben schon erwähnt, besteht der Unterbau meist aus dem bestehenden Erdreich. Falls die augenscheinliche Kontrolle unsererseits negativ erfolgt, sind hier Maßnahmen zu treffen. Beispielsweise Bodenverbesserungsmaßnahmen oder ein kompletter Bodenaustausch.


Mehr Infos

  • In dieser Bauweise können keine Risse in den Fugen entstehen.
    Die gesamte Fläche ist flexibel.
  • Es wird kein Beton oder Mörtel verwendet. (außer Randeinfassung)
  • Bei richtiger Wartung = langlebigste Bauweise.
Die ungebundene Bauweise – Infografik. © Garten Leber 2019

gebundene Bauweise

Bei dieser Bauweise entsteht eine relativ „starre“ Fläche aus Stein und Fugenmörtel.

Pflasterstein oder Platte

Bei der gebundenen Pflasterbauweise werden die Steine oder Platten auf eine Bettung aus Pflasterdrainmörtel gepflastert. Bei Platten wird zusätzlich ein normgemäßer Steinkleber (Klasse C2S1) benötigt. Dadurch entsteht eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Platte und Pflasterdrainmörtel.

Abschließend wird die neue Pflasterung mit einem norgem. Fugenmörtel (Korngröße: 0 – 2 mm) verfugt.

Bewegungsfugen (früher: Dehnfugen) können vorher oder nachher mit dauerelastischen Fugenmaterial verfugt werden. Oftmals werden die Bewegungsfugen nachträglich infolge thermischer Bewegung (Dehung oder Schrumpfung), hergestellt.

DEHNFUGEN SIND WARTUNGSFUGEN.

(Alternativ zu Bewegungsfugen können spannungsabbauende Zonen in die Pflasterung integriert werden. Mehr Details auf: +43 (0) 664 / 40 40 923 )

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gebundene Bettung

Die gebundene Bettung hat dieselben Aufgaben wie die ungebundene Bettung. Sie dient als Ausgleichsschicht und leitet die Kräfte gleichmäßig ab.

Sie besteht aber aus Pflasterdrainmörtel. Dieser Mörtel hat die Korngruppe 2 – 4 mm und die Festigkeitsklasse C16/20. 

gebundene obere Tragschicht

Auch die obere gebundene Tragschicht ist für die Tragfähigkeit verantwortlich, besteht jedoch im Gegensatz zur ungebundenen Bauweise aus Pflasterdrainbeton. Je nach Sieblinie ist das Größkorn hier entweder 16 oder 22 mm groß. Wieder wird die Festigkeitsklasse C16/20 erreicht.

Diese Tragschicht wird ebenfalls mit Stampfer, Rüttelplatte oder Vibrationswalze verdichtet.

ungebundene untere Tragschicht

Hier gilt dasselbe wie bei der Regelbauweise. Die untere ungebundene Tragschicht überträgt auch hier die Lasten in den Unterbau und schützt vor Frostschäden.

Bruchschotter 0/63. = gebrochener Schotter 0 bis 63 mm.
Schichtdicke ist abhängig vom jeweiligen Klima.

Unterbauplanum

Das Unterbauplanum bildet die Trennung zwischen Unterbau und Oberbau. Falls erforderlich, kann nach dem Unterbauplanum ein Geotextil eingelegt werden. Dieses Geotexil dient nur dazu, dass die untere ungebundene Tragschicht nur mit Erdreich vermischt wird.

Pflasterung Unterbau

Siehe Unterbau ungebundene Bauweise.

Mehr zur gebundenen Bauweise

  • Sehr stark belastbar. (je nach Bemessung)
  • Bewegungsfugen müssen vorgesehen werden.
  • Geringfügig thermisch verursachte Risse sind unvermeidbar. (kein Mangel)
  • Erst nach 2 bis 3 Tagen begehbar.
Die gebundene Bauweise – Infografik © Garten Leber 2019

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Ihr Garten Leber Team aus der Steiermark.

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Heute haben wir uns mit dem Pflasterung Unterbau – Oberbau beschäftigt. Diesmal ein technisches Thema. Hoffentlich konnten wir Ihnen auch hier weiterhelfen! Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die nützlichen Informationen.
    Bin selbst am Bau tätig, aber hab mich mit Oberbau, Unterbau noch nie so intensiv beschäftigt.

    Freue mich auf viele weiterer solcher Beiträge!

  2. Danke, dass ihr auf den Unterbau bei Pflasterungen hinweist, das ist echt wichtig. Unsere Auffahrt sieht aus wie Kraut und Rüben. Da wir damals nicht darauf geachtet hatten. Wir lassen das nun neu machen, die Steine gefallen uns noch immer.

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